Vytisknout
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Jeffrey Sachs berichtet häufig, wie westliche Investitionen Polen und anderen postkommunistischen Ländern nach 1990 geholfen haben. Seine wiederholten Empfehlungen, Russland in ähnlicher Weise durch Investitionen zu unterstützen, stießen jedoch stets auf entschiedene Ablehnung. Offenbar fragte er nicht nach den Gründen und dachte auch nicht weiter darüber nach.

Zwei Jahre später formulierte Paul Wolfowitz diese: das Entstehen eines Rivalen zu verhindern.

1992 kam als einziger potentieller Rivale eine Union Europas – insbesondere Deutschlands – mit Russland in Betracht.

Die bewährten Mittel, um das Entstehen eines Rivalen zu verhindern, sind erprobt: Divide et impera, Teile und herrsche. Trenne Europa und Russland, schwäche beide und treibe sie in einen Krieg gegeneinander.

Die Wolfowitz-Doktrin bildet den Kern der Strategie des amerikanischen Tiefen Staates und dient bis heute der Aufrechterhaltung der globalen Hegemonie der USA.

Das Gedächtnis der Menschen – darunter Journalisten und die meisten Analysten – reicht oft nur bis zu den letzten Wochen oder Monaten zurück. Verdeckte Operationen, die ihre Ziele über Jahrzehnte hinweg verfolgen, liegen jenseits ihres Horizonts. Betrachten wir daher zumindest einige Schlüsselpunkte auf dem Weg zu einem europäisch-russischen Krieg:

Betrachten wir nun die aktuelle Situation:

Es ist festzuhalten, dass – abgesehen vom Einsatz von Atomwaffen – die Eskalationsdominanz auf Seiten des Westens liegt. Dieser habe bereits russische strategische Luftstreitkräfte, Frühwarnradaranlagen, die Gas- und Ölinfrastruktur, strategische Reserven sowie zivile Ziele angegriffen, um die Bevölkerung zu demoralisieren. Die Bandbreite möglicher Waffen und Ziele ist nahezu unbegrenzt. Russland hat, sofern es einen offenen Krieg mit Europa vermeiden wolle, kaum andere Möglichkeiten zur Vergeltung als Angriffe auf ukrainische Ziele.

Nach mehreren Jahren schleppenden Verlaufs der SMO, in denen Russland die Zeit auf seiner Seite hatte, kippe die Situation und werde langfristig untragbar. Russland müsse daher eine Lösung finden. Nach meiner laienhaften Einschätzung kommen mehrere Optionen in Frage:

Russland scheint keine wirklich gute Option zu haben. Ich möchte jedoch noch eine weitere Dimension des Konflikts ansprechen.

China, Nordkorea und der Iran können es sich nicht leisten, Russland scheitern zu lassen – sie wären die Nächsten. Sollte Russland tatsächlich in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, bieten sich zwei aktuelle Vergleichsbeispiele an: Die Ukraine, die der Westen für seine eigenen Ziele nicht fallenlassen darf, und der Iran, dessen Zusammenbruch Russland und China nicht zulassen können. In jedem Fall würde dies eine Eskalation zu einem globalen Konflikt bedeuten, dessen Verlauf und Ausgang – sofern er nicht in einen nuklearen Krieg mündet – unvorhersehbar wären.

Tschechisches Original:
Barbarossa II., 30. Juni 2026
Disput: Barbarossa II., 3. Juli 2026